Das ist mal prompt reagiert: Das Auktionshaus Christie’s pfeift, und OB Dehm bringt brav das Stöckchen. Niemand hat einen Verkauf beschlossen; die Denkmalbehörde verbietet´s sogar, aber das 10-Millionen-Bild wird vorsichtshalber schon mal abholbereit eingetütet und abtransportiert. Grund dafür ist ja angeblich nur die fehlende Versicherung. Und was ist mit den übrigen Exponaten im Hohenhof? Die sind dann ja offenbar auch nicht versichert. Sind die alle nichts wert, oder gilt der vorauseilende Verpackungsservice nur für öffentlichen Besitz, auf den bereits ein solventer Kunde ein Auge geworfen hat?
Anscheinend sind wir jetzt soweit, dass das weltweit vagabundiere Anlagekapital seine Einkaufstouren von immer kritischer gerateten Staatsanleihen direkt auf das öffentliche Eigentum verlagert. Da sollen dann auch die letzten Kultur- und Sachwerte der Städte und Gemeinden unter den Hammer, und ignorante Stadtspitzen und verzweifelte Kämmerer sind gerne bereit, den Schlussverkauf zu eröffnen. Vielleicht sollte Herr Gerbersmann die in seiner Eröffnungsbilanz ermittelten Beträge direkt als Preisschildchen neben die Exponate in den städtischen Museen kleben. Das ist dann noch ein bisschen kundenfreundlicher!
Letztendlich ist es einfach nur schockierend, dass aus üblen Scherzen, die Griechenland nahe legten, die Akropolis zu verkaufen, jetzt in Hagen offenbar tatsächlich bittere Realität werden soll: Öffentliches Eigentum, und dann auch noch Kunst, die allen zugänglich sein muss, soll nun privatisiert werden?
Ist Hagen schon zum Plündern freigegeben?

